JOYA   -   die Dame mit (goldigem) Charakter

21.08.2020

Nähe, Hitze, Abkühlung, Bewachen

Joya überrascht uns täglich mit einer neuen Aktion. Es sind feine Zeichen. Wer glaubt, seinen Partner auswendig zu kennen, der kann so seine Überraschungen erleben. Deshalb halten wir uns damit bei Joya zurück. Mit Freude nehmen wir die neuen Herausforderungen an. Joya wird immer verschmuster. Wenn wir denken, mehr geht nicht, belehrt uns unser vierbeiniges Familienmitglied eines Besseren. Trotz aller Schmuserei halten wir an den bereits zu Anfang gesetzten Grenzen fest.
Joya und ich haben unser ganz besonderes Ritual vor dem Spaziergang. In der Regel kommt Joya bereits zur Türe, wenn ich mich anziehe. Es braucht keine Worte. Wir setzen uns zusammen auf die oberste der 4 Stufen bei der Haustüre. Und jetzt brauche zwischen fünf und zehn Minuten, bis ich meine Schuhe angezogen habe, denn wir schmusen miteinander. Chudle und ins Fell buhen. Resultat kurz vor dem Aufbruch: nassen linkes Ohr und nasse Nasenspitze. Schleck an der Nase sind nur zweimal erlaubt, wenn Ruhe in der Umgebung und Joya ruhig ist. Die körperliche Nähe ist ausgeschöpft; jedoch auf emotionaler Ebene noch lange nicht. 
Körperliche Nähe gibt warm, in diesen Hitzetagen schnell. Dann sucht sich Joya einen Platz zum Abkühlen in der Wohnung aus. Zum Glück haben wir nicht überall Teppiche ausgelegt. Ich kann mich leider nicht einfach so zum Abkühlen hinlegen!  Dafür kann ich mein T-Shirt ausziehen.

 Joya ist eine hervorragende Wächterin. Das Haus und das eingezäunte Land ums Haus wird verteidigt, auch gegen den Nachbarn und dessen Pferde. Die Kühe sind weg. Ausserhalb ihres Terrains verhält sich Joya ruhig, ausser ein fremder Mensch berührt mich oder ein fremder Hund will in meine Nähe kommen. Da wird lautstark der eigene Mensch verteidigt. Schon mehrmals hat sich Joya in "gefährlichen" Situationen quer vor mich gestellt, bereit, mich zu verteidigen. Bei Brigitt ist dieser Schutz nicht so stark ausgeprägt. 

Ins Hundeferienheim geht Joya alle zwei Wochen für einen Tag. Sie hat die Eheleute Sutter richtig gern. Ich muss unserer Dame ein Gudeli geben und sagen: "Joya mit Fränzi, Christoph chunnt wieder." Joya zottelt dann mit freudig aufgestellter Rute mit Fränzi ins Haus oder in den Garten. Am Abend kommt Joya aufgedreht, aber auf den Felgen nach Hause. Sie kann mehrmals im Freilauf mit anderen Hunden spielen. 

Während ich das hier schreibe, liegt die Trulla auf dem kühlen Boden im Gang. Ich gehe jetzt das T-Shirt ausziehen. Morgen soll es kühler sein. Hoffentlich und UFF.

Veröffentlicht in Tagebuch am 21.08.2020 11:04 Uhr.

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